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Radsportbezirk Nordwestfalen - Christian Wegmann
Stand: Oktober 2005
Wegmann, Christian, *1976, Ex-Radprofi bei Saeco
Der Münsteraner Christian Wegmann gehörte
einige Jahre zu den erfolgreichsten deutschen Radprofis.
Wegmann fuhr für das Team Continentale auf Platz
drei der Deutschland-Tour, wurde 2001 im Trikot des
Teams Saeco Dritter der Deutschen Meisterschaften in
Bad Dürrheim und gewann unter anderem zwei Etappen
bei der Bayern Rundfahrt. Im Herbst 2002 hat er seine
Profikarriere beendet und studiert heute in seiner Heimatstadt
Münster Medizin. Im Radsport ist Wegmann inzwischen
als Funktionär aktiv. Er ist unter anderem Sportlicher
Leiter des Profirennens Groningen-Münster und der
Bayern Rundfahrt.
Im Februar 2004 äußerte sich Wegmann gegenüber
Stefan Schwenke zu seiner heutigen Beziehung zum Radsport,
seiner Bilanz und zu seinen Zielen:
Frage: "Christian, inzwischen liegt mehr als
ein Jahr ohne Profiradsport hinter Dir. Fehlt Dir irgendwas?"
Christian Wegmann: "Nein, gar nicht. Ich habe
mit meinem Studium eine neue Herausforderung gefunden,
die mir Spaß macht und meinen Ehrgeiz geweckt
hat wie der Radsport. Klar, wenn Fabian (sein Bruder,
Radprofi im Team von Gerolsteiner, die Redaktion) seine
Koffer packt und wieder los muss, dann packt mich schon
das Fernweh. Aber es ist nicht so, dass ich daran verzweifle."
Frage: "Du bist nach Deinem Abschied aus dem
Profiradsport noch eine Saison für den RSV Gütersloh
gefahren, allerdings nicht so erfolgreich. Wieso?"
Wegmann: "Es war schwer, dafür noch Motivation
aufzubringen. Im Semester bin ich sowieso nicht mehr
ernsthaft gefahren. Das war nur, um den Radsport noch
etwas ausklingen zu lassen."
Frage: "Gibt es noch Kontakt zu den ehemaligen
Rennfahrer-Kollegen?"
Wegmann: "Gar nicht mehr. Am längsten hatte
ich noch mit Jörg Ludewig Kontakt. Aber ich habe
mir auch nicht viel Mühe gegeben. Lieber im Semester
Vollgas gemacht. Aus der einen Sache bin ich jetzt raus,
da habe ich mich voll in die nächste Sache gestürzt.
Vielleicht wollte ich auch Abstand gewinnen. Im Radsport
gibt es ohnehin nicht viele Freundschaften. Häufig
sind das doch nur Zweckgemeinschaften. Ich habe meine
Freunde in Münster. Die hatte ich schon vorher,
die habe ich jetzt immernoch.
Frage: "Und jetzt kehrst Du doch in den Radsport
zurück. Wie kam das?"
Wegmann: "Ich war ja schon beim Schwarzald-Cup
sportlicher Leiter, da konnte ich schonmal in so eine
Organisation reinriechen. Als Rennfahrer macht man sich
ja überhaupt kein Bild davon, wie sowas abläuft.
Und irgendwie wollte ich schon weiter was im Sport machen.
Inzwischen bin ich auch bei Groningen-Münster (am
17, April, d.Red.) sportlicher Leiter. Und dann kam
der Kontakt nach Bayern."
Frage: "Was sind Deine Aufgaben und Ziele als
sportlicher Leiter der Rundfahrt?"
Wegmann: "Ich glaube, die Aufgaben sind gar nicht
so genau abgesteckt. Ich gehe da erstmal ganz unbedarft
ran. Da werden wir uns wohl nochmals zusammensetzen.
Auf jeden Fall will ich nicht nur an der Ziellinie stehen
und gut aussehen. Ich möchte mich schon persönlich
einbringen und vor allem bei Problemen die Verantwortlichen
mit den Rennfahrern zusammenbringen. Die Rennfahrer
beschweren sich oft, wissen aber gar nicht, was der
Veranstalter für Zwängen ausgesetzt ist. Aus
Sicht der Fahrer sieht vieles anders aus als aus Sicht
der Organisation. Dazwischen zu vermitteln, das sehe
ich als eine meiner Aufgaben. Ich kenne ja mittlerweile
beide Seiten."
Frage: "Und wie sieht Deine Zukunft sonst aus?"
Wegmann: "Ich habe jetzt ein Jahr meines Studiums
hinter mir, habe alle Prüfungen geschafft und bin
damit voll im Zeitplan. Gerne würde ich ein Semester
im Ausland studieren, ich spiele mit dem Gedanken, nach
Siena zu gehen. Aber das muss ich erst noch alles klären.
Außerdem möchte ich in Hamburg (am 18. April,
d.Red.) meinen ersten Marathon laufen. Weil ich für
den Münster-Marathon eine Wette mit meinem Papa
laufen habe. Mal sehen."
Weitere Informationen zu Christian Wegmann: www.christian-wegmann.de
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© 17.11.2008 Radsportbezirk Nordwestfalen
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